
Kein Wunder, dass sich mittlerweile laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) 75 Prozent der deutschen Frauen ihre Haare stylen, um ihnen mehr Halt und Volumen zu geben.
Doch was war eigentlich Schuld daran, dass die Haare früher oft beschwert oder bretthart gewirkt haben? Vor allem die Polymere. Das sind langkettige Moleküle, die in fast jedem Styling-Produkt Verwendung finden. Sie legen sich wie ein Stützverband um die Haare und sorgen dafür, dass kein Strähnchen aus der Reihe tanzt. Früher hatten die Polymere aber eine sehr raue Oberfläche, sodass die Haare das Licht nicht mehr richtig reflektieren konnten. Außerdem machten sie die Haare unflexibel und konnten nicht mit Ölen gemischt werden. Deshalb steckten in den meisten Styling-Produkten neben Polymeren auch fast nur noch Alkohol, Wasser, Silikon und ein paar Hilfsstoffe. Das ist jetzt anders! Heute werden überwiegend moderne Polymere verwendet, die mit einer Art Anziehungstrick arbeiten. Sie sind positiv geladen und docken wie Mini- Magnete an porösen, negativ geladenen Stellen im Haar an. Schwachstellen werden so gezielt gestärkt, während gesunde Partien frei und beweglich bleiben. Hinzu kommt, dass die neuen Polymere besser mit Pflegewirkstoffen kombiniert werden können.
Aber auch in Sachen Sprühköpfe, Föhne und Hitzeschutz hat sich viel getan. Wir stellen Ihnen die raffiniertesten Helfer für einen sanften, natürlichen Look vor.
Glänzend in Form
Pflegende Wirkstoffe machen Styling jetzt sogar bei stark strapaziertem Haar verträglich. Da die festigenden Polymere in Gelen, Schaumfestigern und Sprays heutzutage gut mit Pflanzenfetten, wie z.B. Jojobaöl, angereichert werden können (siehe links), greifen sie die Haare deutlich weniger an. Außerdem werden sie oft mit natürlichen Haltgebern gemischt, um den Gehalt an synthetischen Polymeren zu verringern. Eine wahre Stütze ist z.B. Bambusextrakt, der Ihre Haare mit einer geballten Ladung Kieselsäure umhüllt und so nebenbei für Volumen sorgt. Ähnlich sanft kräftigt auch Reisstärke. Ein weiterer Grund, warum viele Styling- Produkte heute softer geworden sind, ist der reduzierte Gehalt an Alkohol. Einige Hersteller verzichten sogar ganz darauf und verwenden stattdessen den Feuchtigkeitsspender Propylenglykol als Lösungsmittel. Auch Carob hilft Ihnen dabei, Ihre Schokoladenseite zu zeigen.Viele kennen den Extrakt, der aus den Kernen des Johannisbrotbaums gewonnen wird, als Kakaoersatz aus dem Bioladen. Seine Zuckerstoffe ummanteln Ihre Haare mit einem festigenden Film und versorgen sie gleichzeitig mit Feuchtigkeit. Im Gegensatz zu Zuckerwasser, das früher oft als Hausmittel zum Formen von Wellen oder zum Heben des Ansatzes verwendet wurde, liefert es aber gleichzeitig pflegende Fette. Mit jeder Menge Feuchtigkeit pumpt auch Aloe vera Ihr Haar auf. Das bringt intensiven Glanz und mehr Volumen!
PRODUKTE: z.B. „Fructis Style Schaumfestiger XXL Volumen Power“ von Garnier, mit Bambus, ohne Alkohol, 150 ml ca. 3 Euro; „Makeover Spray“ von KMS California, mit Reisstärke, 200 ml ca. 23 Euro; „Volumea Volumen Pflege-Schaum“ von René Furterer mit Carob-Extrakt, 200 ml ca. 16 Euro; „Locken Kraft Locken-Mousse“ von Guhl, mit Jojobaöl, 150 ml ca. 5 Euro; „Herbal Design Gel Ultra Strong“ von Rausch, mit Aloe vera, 150 ml ca. 7 Euro
Die Leichtigkeit des Seins
Geht nicht, gibt’s nicht: Das gilt jetzt auch fürs Heimwerken mit Haargel, Volumenspray und Styling Mousse. Wichtig, damit Ihre Frisur schön natürlich wirkt, ist vor allem die richtige Dosierung. Doch welche Menge ist optimal? Damit es bei der Anwendung nicht gleich zu „schwerwiegenden“ Pannen kommt, haben sich die Hersteller ein paar Kniffe einfallen lassen. „Wenn das Haar nicht wie ein Helm sitzen soll, muss der Styling-Film feiner sein als die Haarfaser selbst“, weiß Dr. Frauke Neuser, Produktentwicklerin bei Pantene Pro-V. Deshalb zerkleinern Mikro-Sprühköpfe jeden Spraystoß in 69 Millionen einzelne Tröpfchen. Glanz spendende Seide lässt sich winzig fein vermahlen.Wahre Leichtgewichte sind auch Gele mit dem Spurenelement Lithium oder Sprays mit dem Hightech-Mikropartikel Microthene: Er heftet sich luftbläschenartig zwischen die Haare, vergrößert so den Abstand. Der Effekt: super Volumen!
PRODUKTE: z.B. „Play Ball Body Jam Haar Gel“ von L’Oréal Professionnel, mit Lithium, 100 ml ca. 12 Euro; „Classic Care Haarspray“ von Pantene Pro-V, mit Mikrosprühkopf, 250 ml ca. 3 Euro; „Volupt Spray“ von Sebastian Professional, mit Microthene, 150 ml ca. 20 Euro; „Studio Line Seide & Glanz Styling Mousse“ von L’Oréal Paris, mit Mikro-Seidenpartikeln, 200 ml ca. 3 Euro
Heißer Tipp: Hitzeschutz
Föhnzeit ist Trockenzeit? Jetzt naht das Ende der Dürre! Fakt ist zwar, dass sich durch den heißen Luftstrom die Hornschüppchen abspreizen, ähnlich wie bei einem Tannenzapfen. Dadurch verdunstet Feuchtigkeit aus dem Innern. Das passiert aber nicht, wenn Sie eine Hitzeschutzlotion nehmen, die mit Olivenöl oder Silikon die Wärme abpuffert und die Hornschüppchen an den Schaft schmiegt. Ein extra Föhn-Schaumfestiger mit Chitosan, das aus den Schalen von Krustentieren gewonnen wird, gibt den Haaren obendrein mehr Halt und erleichtert das Frisieren. Raffiniert sind auch Föhnlotions, die die heiße Luft zu ihrem Verbündeten machen: Sie enthalten Ceramide, winzige Fettbausteine, die durch die Hitze schmelzen und durch poröse Stellen ins Haar schlüpfen.
PRODUKTE: z.B. „Hitzeschutz Therapy Aktives Schutz-Spray“ von Dove, mit silikonhaltigem Pflegeserum, 150 ml ca. 5 Euro; „Straight & Smooth Algin 12 Ultra“ von Redken, mit Olivenöl, 150 ml ca. 18 Euro; „Wellaflex Heat Creations Schaumfestiger“ von Wella, mit Chitosan, 200 ml ca. 2 Euro; „Chroma Thérmique Hitzeaktivierte Pflege“ von Kérastase, mit schmelzenden Ceramiden, 150 ml ca. 28 Euro
Technischer Hilfsdienst
Milde Temperaturen unter 70 Grad: So lautet das Geheimnis der meisten Soft-Haartrockner. Viele Föhne können aber noch deutlich mehr. Ein Wirbel aus negativ geladenen Sauerstoffteilchen, die Ionen heißen, spalten die Wassertröpfchen, sodass die Haare schneller trocken. Aufsätze, die kalte Luft untermischen, schützen coloriertes Haar vor dem Verblassen. Stark im Aufwind sind zur Zeit auch Glätteisen: Sie konnten ihren Umsatz im Jahr 2009 um stolze 42 Prozent steigern. Um das Haar beim „Bügeln“ nicht unnötig zu stressen, werden neuerdings Pflegestoffe wie Avocadoöl in die aufheizbaren Keramikplatten eingebaut. Nach und nach löst es sich aus den Mini-Kammern, gleicht die Hitze aus und lässt das Haar toll glänzen.
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