Er hätte sich wenigsten ein Würstchen in der Erbsensuppe gewünscht, sagte Ex-Vorstand Jürgen Renz, der bei Vorstandssitzungen des Systemhauses Bechtle aus Neckarsulm in der Mittagspause von einer Fleischeinlage in seinem Teller nur träumen konnte. Doch sein Geld steckte Firmengründer und Chef Gerhard Schick lieber in den Kauf anderer IT-Firmen, statt seinen Vorstandskollegen ein opulentes Buffet zu gönnen. Der heutige Chef des Aufsichtsrats bei der Bechtle AG war und ist bodenständig und bescheiden. Ugg Boots Mit den schwäbischen Tugenden Fleiß und Sparsamkeit hat er es in fast 30 Jahren Unternehmertum in der IT-Branche auf ein dreistelliges Millionen-Vermögen gebracht. Bedauern muss man ihn nicht, nur weil seine Familie mit geschätzten 300 Millionen Euro den letzten Platz unter den zehn reichsten IT-Unternehmern Deutschlands einnimmt.;
Überhaupt hat der Handel mit Computern und elektronischen Bauteilen so manchen Deutschen reich gemacht. Die Familie Conrad beispielsweise, die 1923 mit dem Versandhandel begann und heute eine der zehn meist besuchten Shopping-Seiten im Internet betreibt und in vielen großen Städten Läden unterhält. Das „Manager Magazin“ taxiert das Vermögen der Familie Klaus Conrad auf 550 Millionen Euro. In etwas genauso vermögend ist Peter Schnell, der mit der Software AG reich wurde und sich heute um seine Stiftungen für soziale Belange kümmert.
Man kann allerdings auch durch den Druck von Banknoten viel Geld einsammeln. Die Produktionsanlagen zur Herstellung vieler nationaler Geldscheine, aber auch Chipkarten und Pässe stammen oft vom Münchner Technologiekonzern Giesecke & Devrient. Mitinhaberin Verena von Mitschke-Collande, die dem Rat der Giesecke & Devrient-Stiftung vorsteht, wird ein Vermögen von rund 650 Millionen nachgesagt.
Leider fehlt der deutschen IT-Szene ein brüllend-tobender Manager wie Microsoft-Chef Steve Ballmer, der auf der Bühne gelegentlich die Fäuste gegen die Brust schlägt, um Google in die Schranken zu weisen. Apropos Google: Einen echten Internet-Milliardär, der sich nach den Platzen der Dotcom-Blase 2001 nicht nur gehalten hat, sondern sein Vermögen beständig vermehren konnte, beheimatet auch Deutschland. United-Internet-Chef Ralf Dommermuth regiert sein Online-Imperium vom beschaulichen, aber mit einem ICE-Bahnhof ausgestatteten Städtchen Montabaur aus, wenn er nicht gerade mit dem befreundeten Außenminister Guido Westerwelle auf Delegationsreise ist. Auf rund eine Milliarde Euro wird sein Privatvermögen geschätzt.
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