Donnerstag, 20. Oktober 2011

Sechs Milliardäre unter Deutschlands reichsten IT-Unternehmern

Es ist kein Zufall, dass unter den fünf reichsten deutschen IT-Unternehmern vier Manager mit Software ein Milliardenvermögen erzielten. Hatte im 20. Jahrhundert vor allem Öl und Stahl schwerreiche Industriemagnaten hervorgebracht, so starteten im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts junge Turnschuhunternehmer mit Computern und Software durch. Allen voran Microsoft-Gründer Bill Gates, der es mit über 56 Milliarden Dollar zum reichsten Mann der Welt brachte. In Deutschland zog es Andreas von Bechtolsheim, mit einem Privatvermögen von 2,7 Milliarden Euro auf Platz vier der reichsten deutschen IT-Unternehmer, ins Silicon Valley, wo er den Serverhersteller Sun Microsystems gründete.

Die vier reichsten IT-Granden in Deutschland verdanken ihr Vermögen dagegen der Software. So unspektakulär wie der nüchtern-praktische Firmenname „Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“ ihres später SAP genannten Unternehmens klang, so sachlich, untheatralisch agierten die vier ehemaligen IBM-Manager und SAP-Gründungsmitglieder. Dass Hans-Werner Hector lediglich 1,6 Milliarden Euro auf der hohen Kante hat, mag mit dem frühen Verkauf seiner SAP-Anteile zusammenhängen, von denen sich der Diplommathematiker bereits 1996 trennte. Auf über vier Milliarden Euro wird dagegen das Vermögen von Klaus Tschira geschätzt, der über seine vielen sozialen Engagements wenig redet, was ihn von Medien den Titel einer „bescheidenen Softwarelegende“ einbrachte.

Zweitreichster IT-Unternehmer ist der bis 2003 als Vorstand an der SAP-Spitze stehende Hasso Plattner, der auf ein Vermögen von rund fünf Milliarden Euro kommt. Plattner, heute Aufsichtsratschef von SAP, ist vielleicht noch die schillerndste Gestalt ansonsten ziemlich medieninkompatiblen deutschen Softwareunternehmer. Wenigstens seine maritimen Scharmützel, die er sich auf seiner Hochseeyacht mit seinem Lieblingsgegner Larry Ellison, dem vorlauten amerikanischen Chef des Softwarekonzerns Oracle, lieferte, sorgten gelegentlich für öffentliches Aufsehen.

Von der Öffentlichkeit, vor allem in deutschen Fußballstadien, hat dagegen SAP-Gründer Dietmar Hopp endgültig die Nase voll. Der reichste deutsche IT-Unternehmer, geschätztes Privatvermögen über fünf Milliarden Euro, will aus seinem Fußballbundesligisten TSG 1899 Hoffenheim sportlich das erreichen, was er beruflich in der Softwarebranche geschafft hat: Einen Spitzenplatz in Europa. Genau wegen diesem Erfolg und seiner künftigen Pläne wird Hopp von Fußballgegnern verspottet. Mit der Missgunst können alle Millionäre und Milliardäre indes gut leben, denn es ist eben ein hartes Stück Arbeit, sich den Neid der anderen erarbeiten zu müssen, während man Mitleid geschenkt bekommt.

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