Studie: Je höher im Norden, desto größer Augen und Gehirn (Bild: thinkstock)
„Wenn man sich vom Äquator entfernt, gibt es immer weniger Licht” erklärte Eiluned Pearce, einer der Studienleiter, vom Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology in Oxford University laut „The Guardian“. Aus diesem Grund hätten sich bei den Menschen größere Augen entwickelt. „Auch die Gehirne mussten größer werden, um mit dem zusätzlichen Lichteinfall umgehen zu können.“ Allerdings bedeute ein größeres Volumen des Hirns nicht, dass Menschen in nördlichen Breitengraden intelligenter seien. „Es bedeutet lediglich, dass sie größere Gehirne brauchen, um sehen zu können, wo sie leben.“
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Sowohl Bewohner Grönlands auch als Bewohner Kenias haben die gleiche Möglichkeit, Details zu unterscheiden. Allerdings bräuchten Menschen in höheren Breitengraden eine bessere Leistung des Gehirns sowie größere Augen, um die niedrigeren Lichtverhältnisse auszugleichen. „Nur in Europa und Asien haben Menschen seit mehreren zehntausend Jahren in hohen Breitengraden gelebt“, sagte Robin Dunbar, Direktor des Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology der University of Oxford und Co-Autor der Studie, laut „The Guardian. Untersuchungen in diesen Gegenden hätten allerdings gezeigt, dass die Menschen „ihre visuellen Systeme überraschend schnell an wolkige Himmel, diesiges Wetter und lange Winter angepasst“ zu haben scheinen. Für die Studie untersuchten Experten die Schädel der Urbevölkerung aus England, Australien, den Kanaren, China, Frankreich, Indien, Kenia, Mikronesien, Skandinavien, Somalia, Uganda und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das größte Hirnvolumen wiesen demnach die Skandinavier auf, das kleinste die Mikronesier.
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Forschungen an Tieren ergaben früher bereits einen Zusammenhang zwischen Augengröße, Lichtverhältnissen und Lebensweise. So fangen Vögel mit vergleichsweise großen Augen in der Morgendämmerung eher das Singen an als ihre Artgenossen mit kleineren Augen.
Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin „Biology Letters“.
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