Montag, 24. Oktober 2011

Nordlichter haben größere Augen und Gehirne

Damit Menschen, die in höheren Breitengraden leben, visuelle Information besser verarbeiten können, besitzen sie laut einer Studie größere Augen und ein größeres Gehirnvolumen. Die Ursache dafür liegt laut der britischen Tageszeitung „The Guardian“ in den unterschiedlichen Lichtverhältnissen in den Ländern begründet. Je weiter im Norden man sich befindet, desto länger dunkel ist es. Auch tagsüber ist es im Vergleich zu Regionen, die sich näher am Äquator befinden, weniger hell. 


Studie: Je höher im Norden, desto größer Augen und Gehirn (Bild: thinkstock)
Studie: Je höher im Norden, desto größer Augen und Gehirn (Bild: thinkstock)



„Wenn man sich vom Äquator entfernt, gibt es immer weniger Licht” erklärte Eiluned Pearce, einer der Studienleiter, vom Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology in Oxford University laut „The Guardian“. Aus diesem Grund hätten sich bei den Menschen größere Augen entwickelt. „Auch die Gehirne mussten größer werden, um mit dem zusätzlichen Lichteinfall umgehen zu können.“ Allerdings bedeute ein größeres Volumen des Hirns nicht, dass Menschen in nördlichen Breitengraden intelligenter seien. „Es bedeutet lediglich, dass sie größere Gehirne brauchen, um sehen zu können, wo sie leben.“

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Sowohl Bewohner Grönlands auch als Bewohner Kenias haben die gleiche Möglichkeit, Details zu unterscheiden. Allerdings bräuchten Menschen in höheren Breitengraden eine bessere Leistung des Gehirns sowie größere Augen, um die niedrigeren Lichtverhältnisse auszugleichen. „Nur in Europa und Asien haben Menschen seit mehreren zehntausend Jahren in hohen Breitengraden gelebt“, sagte Robin Dunbar, Direktor des Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology der University of Oxford und Co-Autor der Studie, laut „The Guardian. Untersuchungen in diesen Gegenden hätten allerdings gezeigt, dass die Menschen „ihre visuellen Systeme überraschend schnell an wolkige Himmel, diesiges Wetter und lange Winter angepasst“ zu haben scheinen. Für die Studie untersuchten Experten die Schädel der Urbevölkerung aus England, Australien, den Kanaren, China, Frankreich, Indien, Kenia, Mikronesien, Skandinavien, Somalia, Uganda und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das größte Hirnvolumen wiesen demnach die Skandinavier auf, das kleinste die Mikronesier.

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Forschungen an Tieren ergaben früher bereits einen Zusammenhang zwischen Augengröße, Lichtverhältnissen und Lebensweise. So fangen Vögel mit vergleichsweise großen Augen in der Morgendämmerung eher das Singen an als ihre Artgenossen mit kleineren Augen.
Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin „Biology Letters“.

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